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 Ruhestand in Vietnam oder Deutschland?

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su-tu




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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 11:04    Ruhestand in Vietnam oder Deutschland? Antworten mit ZitatNach oben

Kinders, ich habs euch ja versprochen und obwohl -oder gerade weil- ich heute flachliege und mich kaum rühren kann (komme mir schon etwas vor, wie ein plegebedürftiger Rentner) kümmere ich mich mal um unser lauschiges Tratscheckchen Winken

Wir haben ja schon einiges über das Alter in Vietnam besprochen, aber zum harten Kern sind wir noch nicht vorgedrungen und ich denke, da gibt es noch jede Menge Meinungen, Tips und Tricks, Erfahrungen und Ideen.

Mein Mann und ich machen uns zwar vorläufig nochmal auf die Suche nach einem eigenen, neuen Domizil, ich weiss aber, dass dies nicht auf ewig währen wird und wir in einigen Jahren, wenn meine Schwiegermutter ein gewisses Alter erreicht hat, wieder mit ihr zusammenleben werden um sie zu versorgen.

Ein netter Schachzug von uns oder doch noch die Regel und Pflicht in Vietnam?

Für meine eigenen Eltern, die vorerst alleine (naja mit 2 erwachsenen Söhnen) in Deutschland zurückgeblieben sind, steht das Angebot offen, sich uns im Alter anzuschliessen, um einen Ruhestand im Kreise der Familie zu "genießen".

Ich habe eine Phobie gegen die "sterilen" deutschen Altersheime, bei denen die Versorgung meist zwar recht gut ist, die Gefühle der "Alten" jedoch meist ziemlich auf der Strecke bleiben.
Aufgrund der Arbeits- und Wohnsituation in Deutschland ist es unwahrscheinlich, dass einer meiner Brüder in der Lage sein wird, meine Eltern Zuhause zu versorgen.

Hier stellt sich für mich aber die Frage, die auch AndyNguyen schon mal in den Raum gestellt hat, nämlich ob es sinnvoll und möglich ist, meine Eltern dann im hohen Alter noch in ein so "andersartiges" Land umzusiedeln.

Was meinen selbst betrifft, war einer der Pluspunkte für ein Leben in Vietnam damals, dass ich der Meinung war, hier eines Tages nicht das Schicksal erleiden werde, in ein Altersheim abgeschoben zu werden..
Wie mir aufgrund einiger Aussagen von euch scheint, ist das anscheinend aber sehr fraglich.

Wo wollt ihr eueren Ruhestand verbringen und warum?
Was haltet ihr von den deutschen Altersheimen?
Was ist eure Meinung zum Stand alter Menschen in Vietnam?
Wo seht ihr hier die Zukunft Vietnams?
Welche Probleme seht ihr beim Ruhestand in Vietnam oder Deutschland?

Catinat hat mir gestern da einen klasse Geschäftstip gegeben, in dem er mich auf das Thema Altenversorgung/Altersheime in Vietnam gebracht hat..Hierfür meinen Dank Catinat, du bist auch ein Schatz Smilie
Wenn du und deine Frau irgendwann nicht mehr fit genug seid, dann seid ihr selbstverständlich auch auf unserem fröhlichen, kleinen Familienhof eingeladen um da mit uns euren Ruhestand zu verbringen.
Vielleicht gesellen sich Jürgen und seine Frau da ja dann auch eines Tages noch mit dazu und bringen ihre Altersvorsorge in Form ihrer Tochter gleich noch mit Lachen

Lg

Su-Tu
(Hat ihren Geheimtip übrigens noch nicht preisgegeben..Bei Interesse ausschliesslich an die alten Hasen und auch nur per pn) Winken

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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 12:18    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Su-Tu,
ein Bekannter hat so einen Alterswohnsitz mit med. Personal, Betreuung, Teil- und Vollpflege in der Tuerkei. Kundschaft aus Deutschland.

Das Modell beginnt frueher und man faengt schon in jungeren Jahren in eine Kasse einzuzahlen. Damit hat man Anspruch auf eine Wohnung, die man mitgestaltet und dann auch schon fuer Urlaube nutzen kann. Genau kann ich Dir das mal per Tel erklaeren....heute Schreibfaul.

Meine Eltern waren zum Schluss beide Pflegefaelle und wir haben es einfach nicht mehr geschafft. Wir haben sie nicht abgeschoben, sondern in betreuten Wohnen untergebracht. Das war toll und die Familie war immer nahe da.

Ich selber bin in Vietnam und werde wohl auch fuer immer bleiben. Daher muss ich mir auch langsam um die Altersversorgung Gedanken machen.

Mal sehen was hier fuer Meinungen kommen.

Beste Gruesse

Juergen

_________________
Ich bin was ich bin. Ein Deutscher der in Vietnam lebt und gerne in seiner neuen Heimat ist. Smilie

https://www.facebook.com/juergen.eichhorn.77

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Courti
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 12:36    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

So dann fange ich gleich mal an,
obwohl ich für mich persönlich noch gar nix planen kann,
denn ich stehe ja noch nicht voll im Berufsleben
und habe keine Ahnung wie meine finanziellen Möglichkeiten in 40 Jahren sein werden.

Daher beschränke ich mich (erstmal) auf das
« su-tu » hat folgendes geschrieben:
Was haltet ihr von den deutschen Altersheimen?

Da meine Frau gerade eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht,
kann ich da vielleicht das ein oder andere geraderücken...

Zunächst bemühen sich die Träger der Altenheime sehr darum,
dass die Alten eben nicht abgeschoben werden.
Der Kontakt zur Familie ist wichtig - das ist jedem klar.
Außerdem gibt es immer wieder Angebote, wie gemeinsam Zeitung lesen,
Gedächtnistraining, Gesprächskreise, gemeinsam Kochen, etc.
Auch Konzerte (selbst solche, die mich als jungen Menschen noch ansprechen) und Kino-abende werden organisiert.
Krankengymnastik oder Bewegungstraining und Angebote, die die Sinne trainieren gibt es natürlich auch.
Ein Beispiel sind irgendwelche Spiele, bei denen die Teilnehmer an verschiedenen Stoffen riechen sollen, die
a) gerochen werden (auch der Geruchssinn lässt im Alter nach)
b) Assoziationen hervorrufen.
Selbstverständlich wird dabei mit medizinischen Einrichtungen kooperiert.

Soweit es möglich ist, sollen die Bewohner (wichtig: Nicht Patienten!) ihr Leben selbst gestalten können und selbstständig führen.
Aufgabe der Angestellten ist es, die Bewohner über diese Angebote zu informieren
und sie zur Teilnahme zu motivieren, bzw. sie zu aktivieren.
Wie man alte Menschen aktiviert, lernt man während der Ausbildung,
die ich momentan für relativ solide und sehr breit aufgestellt halte,
aber natürlich ist sie nicht Perfekt.
Natürlich lernt man noch viel mehr während der Ausbildung,
aber ich beschränke mich mal darauf.
Ausserdem kommen noch ehrenamtliche Helfer und Leute dazu,
die für einen geringen Betrag mit den Alten spazieren gehen
oder ihnen vorlesen oder sich einfach nur mit ihnen unterhalten.
Eine Freundin von mir z. B. erhält gerade ein Stipendium
bei dem sie im Gegenzug eine Patenschaft für eine alte Frau übernehmen kann - nicht muss.
Sie tut es.

Soweit zur Theorie. In der Praxis ist das natürlich alles komplizierter.
Das fängt schon damit an, dass manche Heime ihre Angestellten ausnutzen
und gesetzliche Regelungen nicht einhalten.
Eine Schülerin in der Klasse meiner Frau muss z. B. während des Blockunterrichts (also während der Schulzeit) arbeiten.
D. h. es passiert, dass sie z. B. 30 Tage am Stück jeweils 7-8 Stunden beschäftigt ist.
Der Schulleiter hat daraufhin mit der Einrichtung gesprochen,
die zeigte sich uneinsichtig und bestand darauf,
weil sie die Arbeitskraft brauchen.
Der Tipp des Schulleiters: Such dir eine andere Arbeitsstelle!
Sowas demotiviert, was natürlich auch auf die Bewohner projiziert wird.
Dass das nicht passieren soll ist klar,
aber es ist doch auch menschlich.
Des weiteren kommt es z. B. vor,
dass nicht genügend Personal anwesend ist.
Da übernehmen dann z. B. 2 Schüler oder ein Schüler und ein Praktikant etc.
eine ganze Station mit 20 Personen.
Als Pflegekraft ist dann der Leiter einer anderen Station eingeteilt,
der sich aber logischerweise auf der anderen Station befindet
und nur ab und zu mal nach dem Rechten sieht.

Ein weiterer Grund für gestresste Mitarbeiter sind aber auch einige Senioren selbst:
Ein Fall der mir bekannt ist:
Eine alte Frau läuft immer in fremde Zimmer und isst das Essen weg.
Als meine Frau gerade eine Bewohnerin gewaschen hat,
kam diese Frau. Meine Frau sagte: Gehen sie, dies ist nicht ihr Zimmer.
Die Frau beschimpfte meine Frau und lief im ganzen Haus herum
um über die "Japanerin" zu lästern,
die nicht nach Deutschland gehört.
Meine Frau nimmt das relativ gelassen,
die Kollegen entschuldigten sich bei ihr für das Verhalten der Frau.
Es war ihnen wohl sehr sehr unangenehm.
Desweiteren kommt meine Frau oft mir Kratzspuren und Blauen Flecken nach Hause.
Einige Bewohner werden von sich aus handgreiflich.
Meine Frau, die wohl relativ gutmütig ist bekommt das zu spüren.
Andere Mitarbeiter brüllen dann auch mal herum und schüchtern die Alten ein,
das hilft. Meine Frau sagt nur: Ich habe keine Angst vor ihnen.
Das hilft nicht.
Eine dritte Art der Undankbarkeit von Seiten der Alten:
Beschimpfungen und die Einstellung, ich zahle so viel,
du musst mir jetzt die Vorhaut waschen!
Sprich: Ich bin der König, und du tust was ich dir sage.
Das ist das schlimmste und ist oft mit der Biografie der entsprechenden Person zu erklären.
Zu entschuldigen ist das aber meiner Meinung nach nicht damit.
Dazu kommt die Hierarchie, die den Druck der Mitarbeiter untereinander begünstigt und das ich noch aus meiner Zivi-Zeit im Krankenhaus kenne.
(Ich will hier eignetlich nicht von Mobbing sprechen,
aber auch das kann durch solche Hierarchische Strukturen entstehen
und ist sicherlich auch ein Problem)
Meine Frau beschwert sich oft über Mitarbeiter,
die 3 Bewohner pro Tag übernehmen.
Sie verpflegt locker 10 oder mehr.
Würde man das besser planen und aufteilen,
dann kämen 6 Bewohner auf eine Pflegekraft pro Schicht.
.
.
.
Ich schweife gerade von dem ab, was ich eigentlich sagen will:
Wieso reden alle davon, dass die Eltern in ein Altenheim abgeschoben werden?
Meiner Erfahrung ist das nicht der Fall, wenn man es nicht will.
Dazu gehört aber
a) Dass die Angehörigen es wollen und sich darum kümmern.
Es gibt in dem Heim meiner Frau Bewohner, die täglich mehrmals von der Familie besucht werden!!!
Wenn man aber 50Km weit entfernt wohnt,
dann wird wohl nur Weihnachten zusammen gefeiert, wenn überhaupt.
b) Dass der Bewohner den Kontakt auch will.
Es kommt nicht mal so selten vor, dass die Bewohner keine Kontakt mehr zur Familie wünschen. Oft spielen hier Betrügereien und/oder Gewalt eine Rolle.

Ausserdem darf man eines nicht vergessen:
Pflege ist zeitintensiv und belastet!
Ich habe volles Verständnis dafür,
dass Altenheime in Anspruch genommen werden.
Das, wie der Alte dann dort lebt, ist aber nicht nur von den Zuständen vor Ort abhängig.

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Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen (Antoine de Saint-Exupéry)

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Catinat
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 14:20    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich lasse mich auch mal gerne „in die Hand nehmen“ und am Thema entlang führen. Das wäre dann hier ein kurzes Eingehen auf das Thema „Deutsches Altersheim“.

Später werde ich mich um eine präzise Analyse bemühen, die zumindest mir bei einem Vergleich der Lage „von uns Alten“ im Vergleich Deutschland und Vietnam zum Herbeiführen einer Entscheidung ohne Sentimentalität führen kann und von meiner Frau und mir zur Zeit erprobt wird. In diese später verschriftliche Analyse werde ich alle Faktoren versuchen einzuarbeiten, die einen Vergleich ermöglichen.

Zum Teilthema Deutsches Altersheim.

Was Courti über seine Frau darüber weiß, ist wahr und wichtig.
Ich beginne gleich mal mit dem Fazit seiner und meiner Beobachtungen, dann braucht man den Rest vielleicht gar nicht mehr zu lesen.
Es lautet : Es kommt darauf an, wie teuer ein deutsches Altersheim ist.
Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede, die auch vom Träger, der Spannweite der Aufzunehmenden und dem Areal einer Heimanlage abhängen.

Meine Eltern hatten das gemacht, was mir selbst widerstrebte : sie mieteten sich sehr früh in dem offeneren Wohnteil mit selbständigen Doppelbungalow-Appartments mit Küche und Garten und vor allem ganz viel persönlicher Freiheit ein. Da war mein Vater erst so alt wie ich jetzt. Er bezog, das war die Voraussetzung, eine nicht geringe Rente als ehemaliger Amtsleiter. Man musste sich damals mit 15.000 DM als Kaution in die Anlage „einkaufen“.
Beide wurden nacheinander nach etwa 20 Jahren zu Pflegefällen mit Parkinson und mehr. Als die Pflegebedürftigkeit der Mutter noch in Stufe 1 war, zogen sie um in ein Hochhaus auf dem gleichen Areal wie das Appartment. Dort hatte jeder sein eigenes Zimmer Seite an Seite mit offener Tür zueinander. Die Rente des Vaters hätte für zwei Personen dort nicht ganz gereicht. Aber mit den Pflegestufen übernahm die Krankenkasse aus der Pflegeversicherung des Vaters heraus einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Kosten. Als auch er Pflegefall wurde, senkten sich die Eigenanteil-Kosten sogar noch.

Ich erinnere mich noch, daß ich bei Anschaffung eines PKW vor 13 Jahren darauf achten mußte, wegen der Gebrechlichkeit der Mutter einen Viertürer zu haben. Ich habe immer noch denselben in Deutschland.

Nur bei den höheren Pflegestufen durch die Krankheiten der Mutter ergaben sich vermehrte Eigenkosten, wobei ich als einziges Kind zuletzt mit zur Finanzierung herangezogen wurde, nachdem die nicht geringen Ersparnisse meiner Eltern – mein „Erbe“ also – fast verbraucht worden war. Ein ganz heikles Kapitel also für Deutsche ! Aus diesem Grunde brauchte ich auch die Hilfe eines renommierten Steuerbüros, das auch heute noch immer meine Steuersachen in Deutschland während meiner Abwesenheit erledigt.
Meine banale Meinung : die Qualität eines deutschen Altersheims hängt von gut ausgebildeten und bezahlten Fachkräften ab, die sich eine gut wirtschaftende Heimverwaltung „leisten“ kann. Leider, leider : es ist – neben einigen anderen Faktoren – (auch und besonders) eine Frage des schnöden Geldes .

Die menschliche Seite war eine ganz und gar anrührende, die meine Frau und mich noch viel fester verbunden hat. Während meine eigenen Kinder mich und meine Lebensumstände , unter anderem mit einer „asiatischen Frau“ ablehnten , vor Gericht gegen mich vorgingen - und den Prozess verloren, ergaben sich für meine Frau immer wieder Momente der Beteiligung an der Pflege, besonders des Vaters , bis zu seinem Tod Ende 2009.

Persönliche Konsequenz : Die Option (gutes ) deutsches Altersheim ist und bleibt
1. für meine Frau und mich zusammen eine auch vom Pflegezustand abhängige wichtige Option.
2. Für mich alleine sowieso eine dann sehr wahrscheinliche.

3. Für meine Frau alleine : sicherlich überhaupt keine. Auch wenn sie als Alleinstehende in ihrem Heimatland auf die ihr in Deutschland zustehende Witwenrente ebenso verzichten müsste wie auf die deutsche Krankenkassenkostenbeteiligung bei Krankheit und den Pflegeversicherungsanteil bei Pflegebedürftigkeit. Alleine gehört sie nach Vietnam !
Fallmöglichkeit 4: Angenommen, wir hätten Option 1 gewählt und ich sterbe : in diesem Fall hängt ihr Verbleib in einem deutschen Heim davon ab, wie lange und wie intensiv sie sich an die Heimgegebenheiten im deutschen Ausland gewöhnt hätte , um dort alleine zu bleiben und die Hilfen der Versicherungen in Anspruch zu nehmen.

Auf jeden Fall : keine Abmeldung aus Deutschland, damit die Optionen fürs Alter in Deutschland gewahrt bleiben.
Neben dieser Gruppe der Optionen A ,"offen für beide Länder" , gibt es noch die Gruppe der Optionen B , "Altern in Vietnam", und die Gruppe der Möglichkeiten C , "Altern in Deutschland", die in Teilen schon identisch ist mit A .

Auf dem Konto in Deutschland muss immer der Betrag für eine Rückreise nach Vietnam plus Bestattungskosten für mich – ich habe schon einen guten Billiganbieter, der mich durch meinen Vater kennt - ruhend präsent sein - also etwa 4000 €uro. Zu dem Papierkram mit Abmeldungen für mich von ….. und Beantragungen von Witwenrente und Beihilfe muss der persönliche Kontakt zu meinem Steuerbüro , das auch gleichzeitig eine Anwaltskanzlei ist, aufrecht erhalten werden. Darum bin ich auch gerade in Deutschland.

Freundliche Grüße, Catinat

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honro2009




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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 14:29    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Wuensch euch viel Spass bei der Planung "Ruhestand in Vietnam oder Deutschland". Finde es lobenswert, dass ihr Euch schon mit Mitte und Ende 20 Gedanken ueber den Ruhestand macht. Auch die Arbeit und Zustaende in Alten- und Pflegeheim sind diskussionswuerdig. Da ich fuer mich schon die Entscheidung getroffen habe, werde ich mich in eine theoretischen Diskussion nicht einbringen. Ich halte den begonnenden Thread "Rentner Dasein in Vietnam" fuer aktueller und interessanter.

Gruesse aus Nha Trang, 38 C und heisse Luft waren etwas heute etwas zuviel!

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Courti
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 14:47    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Kleine Anmerkung bzgl der Kosten:
Ich kopiere mal, beispielhaft die Preise pro Monat des Heimes,
in dem meine Frau arbeitet (nach Pflegestufen gestaffelt):
0 2.256,59 €
1 2.797,71 €
2 3.256,75 €
3 3.679,31 €
3+ 3.994,26 €
Der Eigenanteil beläuft sich bei jeder Pflegestufe etwa auf 2000€.

Ich bin mir nicht sicher, vermute aber,
dass man durchaus noch für Extras bezahlen kann,
es gibt nämlich interne Vorgaben,
dem einen "4 Scheiben Brot" dem anderen nur "2 Scheiben" zu geben
(wieviele Scheiben da genau vorgegeben werden weiss ich nicht mehr genau
ausserdem wird glaube ich auch mit dem Belag geknausert)
Natürlich unterscheidet sich auch die Aussattung der Zimmer untereinander
und es gibt Doppel- und Einzelzimmer.

Über die Zimmer ist der Bewohner übrigens weitgehend sein eigener Herr,
d. h. wenn er einem Pfleger den Eintritt verweigert,
dann wird das normalerweise auch respektiert.
Das hat aber zur Folge,
dass meine Frau (der manchmal nur als einziger Pflegerin Einlaß gewährt wird) mehr arbeiten muss...Winken

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Catinat
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 15:50    Rentner Deutsches Altersheim Antworten mit ZitatNach oben

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@ honro2009 : Ist in Ordnung. So war das ja auch gedacht mit der Trennung der Threads. Übrigens ist das hier schon knallhart realistisch , mit Zahlen auf dem Tisch. Und Details, um vor vorschnellen Entscheidungen , hinter die man nicht mehr zurück kann, gesicherter zu sein. Ich möchte zum Schluß nicht an einem Strand in Vietnam als armer Althippy und nicht in Deutschland als , Entschuldigung : Penner enden. Mir war und ist der „Rentner Dasein“ Thread zu schwammig und zu sehr erfüllt von wenig klaren Gefühlsmomenten wie „Wo ist es in Vietnam am schönsten ?“ .
Es erfüllt nicht mein Gefühl der Verantwortung für meine Frau, für deren gutes Auskommen ich exakte Vorsorge zu treffen die Verpflichtung habe. Ihr ist mit „dem schönsten Platz für Rentner in Vietnam“ nicht gedient. Aber mit der klaren Erkenntnis : das erwartet mich in Deutschland, das erwartet mich in Vietnam (die Überlegungen kommen ja noch !), das erwartet mich beim Spagat - wenn mein deutscher Mann tot ist (das war zum Teil schon).

Woher diese meine Verpflichtung rührt ? Ich schicke jetzt doch das Bild von ihr und meinem Vater in den letzten Tagen seines Lebens, weil es mehr aussagt als Worte.

@ Courti : so ähnlich waren die Zahlen auch für das sehr gute Heim der Eltern in Münster. Ab Pflegestufe 1 gibt es Zuwendung von der Kranken-/Pflegekasse. Dadurch kommt es, dass man mit der Rente als Nicht-Pflegefall kaum auskommt, aber als Pflegefall einer höheren Stufe schon. So ab Stufe 3 und höher bis Sonderpflegestufe kommt man mit 2000 Euro Rente für eine Person trotz Pflegeversicherungsbeizahlung nicht mehr hin. Wie das finanziell geregelt ist für die vietnamesische Frau mit geringerer Witwenrente ihres verstorbenen deutschen Ehemannes in einem deutschen Heim , das weiß ich nicht. Wahrscheinlich : Witwenrente + Pflegeversicherungsteil + Sozialamt oder die Kinder des Verstorbenen (?).

Nein, das einzige, was im Heim extra anfällt, sind die Telefongebühren und möglicherweise ein Teil der Wäsche. Und an Essen wurde nicht gespart. (Auf pn-Anfrage der Träger des Heims).

Auch wenn Honro2009 jetzt glaubt, dass alles für ihn abgeschlossen sei - wer weiß ? Wenn er noch Eltern in Deutschland haben sollte unter solchen Bedingungen wie hier beschrieben, wird das Sozialamt in Deutschland ihn auch bis zu seinem Lebensende ab Grenzübertritt bei einer Reise nach Deutschland wegen der offenen Rechnungen suchen. Aber das wünsche ich ihm nicht, natürlich nicht. Ich habe mir immer gesagt : Mach nur nicht die Augen zu vor dem , was für Dich noch eintreten kann. (Wegen Althippie- und Penner – Dasein - Vermeidung und vor allem aus Verpflichtung vor der Ehefrau) .

Vielleicht wäre jetzt bald dran : die Situation beim Lebensunterhalt der alten Leute , Vietnamesen und Ausländer, in Vietnam.

Freundliche Grüße, Catinat

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honro2009




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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 16:08    Re: Rentner Deutsches Altersheim Antworten mit ZitatNach oben

« Catinat » hat folgendes geschrieben:
[img]
@ honro2009
Auch wenn Honro2009 jetzt glaubt, dass alles für ihn abgeschlossen sei - wer weiß ? Wenn er noch Eltern in Deutschland haben sollte unter solchen Bedingungen wie hier beschrieben, wird das Sozialamt in Deutschland ihn auch bis zu seinem Lebensende ab Grenzübertritt bei einer Reise nach Deutschland wegen der offenen Rechnungen suchen. Aber das wünsche ich ihm nicht, natürlich nicht. .

Freundliche Grüße, Catinat


Lieber Catinat!

Mein Vater ist 1984 verstorben. Meine Mutter ist 2003 im Alter von 84 Jahren

verstorben. Ich und mein Bruder hatten ein sehr inniges Verhaeltnis mit ihr. Bis

zu ihrem Tode hat sie in ihrem eigenen Haus gewohnt. Mein Bruder und ich mit

den 5 Enkeln haben ein sehr erfuelltes Leben ihr geboten. Sie starb nach einer

Routineoperation an Herzversagen. Sie war bis zum Krankenhausaufenthalt sehr

ruestig und fidel. Aktiv in der evangelischen Kirche und viel auf Reisen. Sie hat

mir die positive Lebenseinstellung vermittelt und mir immer vorgelebt.

Meine Mutter war finanziell sehr gut unabhaengig.

Lieber Catinat ich wuensche Dir eine positivere Einstellung zum Leben. Vielleicht kommst Du im Oktober zu mir ich kann sie Dir vermitteln.

Um mich mach Dir keine Sorgen. Ich bekomme in 2 Jahren meine Rente und da ich in meinem Leben sehr erfolgreich als Kaufmann taetig war, habe ich noch heute ein sehr gutes Einkommen.

Liebe Gruesse aus Nha Trang


Zuletzt bearbeitet von honro2009 am 06.08.2011, 16:31, insgesamt einmal bearbeitet

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Cathrin
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 16:09    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich gebe zu, mit dieser Problematik habe ich mich noch gar nicht beschaeftigt. Manch einer mag es vielleicht sorglos nennen, aber fuer mich ist das alles noch unendlich weit weg. In den kommenden Jahren habe ich soviel vor, da bleibt ueberhaupt keine Zeit, ans Altwerden zu denken.

Die Frage Deutschland oder Vietnam stellt sich fuer mich nicht. Am 3. Oktober bekomme ich meinen Einbuergerungsbescheid, dann gibt es sowieso keinen Weg zurueck. Ich gehe einfach ganz naiv davon aus, dass ich bei geplanten zwei eigenen Kindern irgendwann auch mal Enkel und vielleicht sogar Urenkel haben werde. Da wird sich dann ganz sicher jemand finden, der sich um die alte Schachtel kuemmert. Im Gegensatz zu dem, was im Forum oft zu lesen ist, gibt es naemlich in Vietnam auch noch funktionierende Familien. Trotzdem werde ich natuerlich meine Finanzen auch im Hinblick auf diese weit entfernte Zukunft im Auge behalten. Angedacht ist auch, dass ich eventuell mal meine Mutti nach Hanoi hole. Doch bis sie Rentnerin ist, fliesst noch eine Menge Wasser den Roten Fluss hinunter.

Viele Gruesse
Cathrin

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Pho_Bo
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 16:13    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ich möchte hier gern aus eigenen Erfahrungen berichten.Mein Vater wurde langsam schleichend ab 1999 ein Pflegefall (Altersdemenz).Bis zu seinem Tod 2010 haben wir ihn zuhause gepflegt.

Es gibt in Deutschland sehr viele Möglichkeiten seinen Lebensabend zu gestalten.Es muss nicht zwangläufig ein Altersheim sein.
Wir haben zum Beispiel frühzeitig begonnen,das Haus so umzugestalten,das es altersgerecht wurde.Dank meiner gewissen Fachkompetenz wurde das Bad modular so gestaltet,das es ohne Probleme und größeren Aufwand zum Behindertenbad umfunktioniert werden konnte.Das wurde dann auch 2006 notwendig.Die Krankenkasse hat die Kosten von knapp 2000 Euro übernommen und auch alle anderen Kosten der Pflege.Einmal pro Woche bzw nach Absprache kam der Pflegedienst vorbei.Ohne professionelle Hilfe schafft man die Pflege zuhause nicht.
Wir konnten auch in den Urlaub fahren,bzw meiner Mutter allein.Für diese Zeit konnten wir meinen Vater in die Kurzzeitpflege eines Altersheimes geben.Er wurde stets gut behandelt udn das Heim hatte ein Topniveau.Klar gab es manchmal auch Dinge welche diskutiert werden mussten.das passiert überall.

Es gab natürlich immer wieder Überlegungen,meinen Vater ins Pflegeheim zu geben.Insbesondere meine Geschwister haben das befürwortet.Ich war der Meinung,das mein Vater seinen Lebensabend zuhause verbringen sollte und habe mich in den letzten zwei Jahren von der Arbeit nahezu freistellen lassen.Für mich war es dieses Opfer wert,weil ich meinem Vater sehr viel verdanke,auch in meinem Berufsleben.
Für mich ist es ein absurder Gedanke,meine Eltern in ein Pflegeheim zu geben und würde das jederzeit wieder machen.

Es gibt in Deutschland die Möglichkeit des betreuten Wohnens.Das sind Appartments mit vollwertiger Ausstattung wie Küche,Schlafzimmer und altersgerechtes Bad.Es gibt einen Reinigungsservice,Essenausgabe und wer möchte kann auch selber kochen.
Im Ostteil Deutschlands(für den Westen kann ich nicht so sprechen) bauen Wohnungsgesellschaften Plattenbauten zu altersgerechten Wohnungen um.Hier leben Senioren in ganz normalen Hausgemeinschaften.Ein Aufzug ist ebenfalls vorhanden und der Pflegedienst schaut auch mal vorbei wenn notwendig.Mehrgenerationenhäuser finde ich absolut spitze und vielerorts funktioniert es hervorragend.In Dresden und Umgebung siedeln sich schon sehr viele Senioren aus Bayern und anderswo an.

Ich finde,der soziale Kontakt zu mehreren Generationen ist enorm wichtig.Mein Vater wäre in einem Pflegeheim wahrscheinlich keine 80 Jahre alt geworden.Gespräche mit vertrauten Personen,die Umgebung und vieles mehr.Mein Vater hatte trotz seiner Demenz auch gewisse Emotionen ausdrücken können.

Die Option Altersheim/Pflegeheim sollte jeder wirklich im letzten Moment wählen.Zu einer Pflege in Deutschland gibt es für mich keine Alternative zur Zeit.Dieses hohe Niveau hat sich in Europa schon herumgesprochen.Wer seinen Lebensabend im Ausland verbringen möchte kann das gerne tun.Die meisten kommen zurück.Selbst die meisten Vietnamesen in DE nehmen lieber das Pflegesystem in Anspruch als nach VN zurück.

In Vietnam spielt die soziale Komponente noch eine gewisse Rolle.Allerdings wandelt sich das Bild langsam und die alten Werte der Familienfürsorge zerfallen allmählich.Generation iPhone hat keine Augen und keine Ohren für die Probleme der alten Menschen.In Deutschland dachte ich immer,wir sind nicht sozial genug.Aber Aufenthalte in Vietnam haben mich eines besseren belehrt.Für vietnamesische Senioren ist das Leben sehr hart und für ausländische Senioren stelle ich mir das noch schlimmer vor.Vor allem wenn der finanzielle Background sehr dünn ist.
Ich wünsche mir für Vietnam sehr,das sie ein Pflegesystem aufbauen.Die alten Vietnamesen haben es einfach verdient.Das Leben war immer voller Entbehrungen.

MfG Bo

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honro2009




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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 16:18    Re: Rentner Deutsches Altersheim Antworten mit ZitatNach oben

« Catinat » hat folgendes geschrieben:
[img]
@ honro2009 Ich möchte zum Schluß nicht an einem Strand in Vietnam als armer Althippy und nicht in Deutschland als , Entschuldigung : Penner enden.
Freundliche Grüße, Catinat


Warum solltest Du als Althippie enden Frage Du hast doch eine Ehefrau und Kinder und Enkelkinder.
Warum solltest Du in Deutschland als Penner enden Frage Du bist doch wie Du sagst finanziell abgesichert.
Ich verstehe Deine Aengste nicht Ausrufezeichen

Alles Gute fuer Dich aus Nha Trang

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Catinat
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 16:44    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

@honro : Lieber, ich habe eine absolut positive Einstellung zum Leben. Mach Dir keine Sorgen. Ich bin Realist und Pragmatiker. Ich schreibe viel , zwei Bücher wären es jetzt , so im Sinne "Vietnam von unten". Ist aber nur für die Enkel, an denen ich ähnlich hänge wie viele hier an ihren Kindern. Darum schreibe ich auch alles hier mit einer Art von Heiterkeit. Nur gelegentlich rutscht etwas Zynismus hinein.
Ich trenne den emotionalen Anteil des Thread-Themas vom rational ökonomisch , sachlichen Teil. Meine eher positive als negative emotionale Linie zu Vietnam habe ich gefunden, zu Deutschland auch. Meine "schönsten" Orte auch : da wo es am wuseligsten ist , da wo die meisten Vietnamesen (auch am Strand) richtig Krach machen und andere mir aus der Hand lesen. Wo meine Enkel an den Kitschbuden die Plastikgewehre aus China gekauft haben wollen. Früher habe ich das alles als "Purist" verdammt. Heute geht mir im Zusammensein dabei mit den Enkeln bei all dem Quatsch das Herz auf. Da will ich sein. Da werde ich auch in Nha Trang sein, wo das so "vietnamesisch" zugeht. Meine Begeisterung liegt auch bei den Restaurationsarbeiten sowie bei Ausgrabungen. Ich bin nur Laie, vielleicht nicht mal Autodidakt, aber besessen (das war Schliemann auch, der noch 39 Sprachen mehr konnte als Maxoflores). Da gehe ich zuerst hin in Nha Trang. Dann komm ich mal vorbei zu einem Kaffee und zwei Bier.
Habe ich Dich etwas beruhigt ? Ich hab mich ja in Saigon schon mit einigen hier aus dem Forum getroffen. Auch mal mit ihnen eine Nacht durchgemacht. Ich liebe das Leben sehr.
Cathrin wünsche ich, dass die positive Ausstrahlung ihrer Familiensituation sich fortsetzt. Die Situation in "meiner" Familie im Süden hat ganz viel auch mit den Nachwehen der Zeit zwischen 1975 und 1986 zu tun.
Mit freundlichen Grüßen, Catinat

Online    
Micha L






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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 17:25    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Für mich zählen ganz klare, objektive Kriterien, nämlich Klima und Umwelt. Die sind in Vietnam anstrengender als in gemäßigten Breiten.

Früher, als unsereiner noch nicht reisen durfte, habe ich die Rederei vom ungemütlichen Deutschland und dem "sonnigen Italien" für bare Münze genommen.
In Vietnam habe ich dann im Mai (!) erfahren, daß starke Sonneneinstrahlung unangenehm ist, von der Luftfeuchtigkeit gar nicht zu reden.
Selbst Vietnamesen finden ihren Hochsommer schwer erträglich und atmen bei Deutschlandbersuchen in der relativ kühlen und klaren Luft freier.
Fakt ist, daß man nur eine gemäßigte Sonne genießen kann.

Den stets schweißnassen Zustand mögen Andere schätzen - ich nicht, schon gar nicht im Smog.

Interessanterweise verträgt meine Frau das vietnamesische Klima inzwischen schlechter als ich.

Gruß

Micha

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Wolzoff




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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 17:27    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Catinat du spricht mir wieder mal aus dem Herzen. Tại sao lại thế? (Wie kommt es?).
Erst heute war ich wieder mit den Kindern im công viên. Alles bunt, kreischend und laut. Ich habe mich Sauwohl gefühlt. Für meine deutschen Freunde wäre es wohl die Hölle. "Früher" lehnte ich soetwas ab, das war (ist) kitschig und nervtötend. Wie ich "früher" auch europäisch-asiatische Beziehungen für Unmöglich und "Gekauft" gehalten habe. Ich muss auch bereit sein mich zu ändern.

Und da komme ich zum Thema.

Grad habe ich wieder eine kleine "Meinungsverschiedenheit" mit meiner noch nicht besseren Hälfte. Es geht um die Zukunft. Die noch(!) ferne Zukunft. Die Frage wohin? Vietnam oder Deutschland. Für sie scheint jetzt schon klar, das da nur Vietnam in Frage kommen könne (sie kennt ja Deutschland noch nicht). Und eigentlich ist es ja auch mein Wille mein Lebensabend, von langer Hand vorbereitet, unter Palmen zu verbringen. Eigentlich. Wie gesagt, schon längere Zeit raubt es mir den Schlaf, mein weiteres "tun" in Vietnam zu durchdenken und ein wenig auch zu planen. Und ganz am Ende der Achterbahn die Einfahrt in den Ruhestand. Aussteigen aus dem Waggon der mich durch's Leben fuhr und sich nach "beschaulicheren" Vergnügungen umsehen.
Wie werde ich dann sein? Wie wird Vietnam dann sein? Wenn ich meiner Freundin glaube, ist es dann teuer, Häuser nahezu unbezahlbar. Also lieber Vorplanen. Jetzt schon beginnen, um nicht später, wenn's zu spät ist, auf böse Überraschungen zu treffen. So lange man kriechen kann, wird's gehen, aber was wenn's ernst wird, wenn man jemanden unbedingt braucht und ihm ausgeliefert ist. Kann ich da auf eine Familie setzten, mit der ich nicht aufgewachsen bin? Mit der ich nicht Freud und Leid von Anfang an geteilt habe? Wie wird die Einstellung zu mir sein? Einem "reichen" Ông Tây (Westler), der doch in seinem Land prima versorgt werden könnte. Und nicht noch das knappe Budget belasten würde. Unnötigerweise!
Was würde man mit mir also machen? Denn ich gehe davon aus, das es Vietnam in gut 40 Jahren nur ein wenig besser gehen wird. Schon allein weil ich der Meinung bin, das sich das Weltmarktmächteverhältnis, zugunsten Asiens, bisdahin ein gutes Stück verschieben wird. Und Vietnam wird sicher einen Teil des Kuchens abbekommen. Aber eben nur einen Teil, da es, wie Deutschland, letztlich nicht wirklich ins Weltmarktmächtegewicht fallen wird.

Und da kommt der zweite Teil. Deutschland. Was darf ich denn von Deutschland bis dahin erwarten? Sicher gibt es derzeit gute Altersheime, die ein "wenig" kosten. Wie sieht die Lager aber in 40 Jahren aus? Angesichts unsicherer Renten, von denen ich am Ende eh nichts sehen werde. Ist dieser Pflegeapparat dann noch zu halten, wenn sich alles verschoben hat?

Es plagt mich ein wenig. Denn ich muss wieder kleine Entscheidungen treffen, die letzendlich Grosse Auswirkungen haben können. Ich will nicht unbedingt richtig entscheiden, aber am Ende will ich mit meiner Entscheidung leben können, nicht gegen sie.

gerädert Wolzoff

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„Nichts ist den Mittelmäßigen so verhaßt wie geistige Überlegenheit. Da fließt in der Welt unserer Zeit die Quelle des Hasses.“ Stendhal


Zuletzt bearbeitet von Wolzoff am 06.08.2011, 17:45, insgesamt 2-mal bearbeitet

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Courti
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BeitragVerfasst am: 06.08.2011, 17:33    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Pho_Bo drückt es sehr gut aus:
Es gibt viele Alternativen zu Altenheimen.
Ich wollte auch keine Werbung dafür machen die irgendwen ins Altenheim zu bringen.
Interessant bei uns in der Stadt und vielleicht eine weitere Alternative:
Studenten, die für relativ wenig Miete bei Alten Leuten einziehen und helfen.
Das ist sicher eine gute Sache, ich kenne es allerdings nur aus der Zeitung und TV.

Bei mir persönlich:
Mein Opa ist seit ein paar Jahren Dorfältester, meine Oma ist ein paar Jahre jünger...
Sie haben ihren Bauernhof und wohnen mit meinem Onkel,
meiner Tante (sie ist Altenpflegerin) und deren beiden Kinder in einem Haus.
Daneben wohnt eine andere Tante mit meinem Onkel.
Mein Opa hat vor Jahren seine Kühe verkauft,
dann die Schweine. Enten und Gänse hält er auch nicht mehr.
Letztes Jahr musste der letzte Hase dran glauben,
so dass nun noch ein paar Hühner bleiben.
Ich denke die Tiere halten ihn fit (genauso wie meine Oma,
die ihn immer rumscheucht, dies und das zu machen - sind das vietnamesische Verhältnisse?? hehe)
und ich hoffe, er behält die Hühner noch lange.
Zum Glück fängt mein Cousin gerade an,
den Hof wiederzubeleben - letztes Jahr hat er 4 Schweine gehalten.
Dieses Jahr hat er sich glaube ich auch wieder was ausgedacht,
aber ich weiss nicht genau was.
Ansonsten bleiben meinen Großeltern noch ein paar Gärten mit Kirschen und Zwetschgen.
Das wirft zwar fast kein Geld ab und den Großteil müssen die Familie meines Onkels bestellen,
aber es ist eine Beschäftigung für meine Großeltern, die so finde ich lebenswichtig ist.
Im Altenheim wären beide sicherlich nicht lange.

Meine Eltern sind Gott sei Dank mittlerweile recht sportlich.
Mein Vater, der früher einen Bierbauch hatte,
hat vor ein paar Jahren von seiner Arbeitsstelle eine Kur bezahlt bekommen,
die für übergewichtige Manager organisiert wurde.
Er hat dort gelernt, auf seine Ernährugn zu achten
und ganz nebenbei sich sportlich zu betätigen.
Ich denke das hilft unheimlich viel.
Meine Mutter, die zwar eine Abneigung gegen Hunde hat,
wird von mir zu ihrem 60. einen Hund bekommen.
Ich weiss, sie wird damit zurecht kommen
und ich denke, dass auch Haustiere fit halten.
Da die beiden gerade ein neues Haus bauen,
wird das alles von Anfang an altersgerecht sein.
Ein Altenheim wird ihnen dadurch wohl eine ganze Zeit lange erpart bleiben.

Ein weiteres Beispiel betrifft einen Freund von mir,
der gerade eine Ausbildung zum Krankenpfleger macht.
Er wohnt mit seiner schwangeren vietnamesischen Frau
in der Wohnung seiner Tante , die an Demenz leidet.
Sie verlässt die Wohnung kaum noch
und hat kein Gefühl für Tag und Nacht,
d. h. sie schläft immer und ist dann auch mal wieder wach - immer!
Dennoch erinnert sie sich z. B. an mich und v. a. meine Frau,
wenngleich meine Frau für sie "Beate" heißt.
Wenn wir - wie heute - zum Essen eingeladen sind,
dann sitzt sie nach dem Essen bei uns.
Wir haben dann immer noch Früchte und Süssigkeiten:
Die alte Frau versucht immer wieder das ein oder andere zu probieren,
vergisst dann aber relativ schnell, was sie schon probiert hat
und will immer wieder mehr.
Manche Sachen dürfen wir ihr nicht geben - aus gesundheitlichen Gründen.
Da diese Dinge natürlich besonders begehrt sind,
werden sie ständig gesucht. Sie müssen gut versteckt werden.
Es ist sehr bewundernswert, wie unsere beiden Bekannten sich um sie kümmern:
Wenn die das Haus verlassen, müssen sie absperren, auf die Gefahr hin,
dass im Brandfall kein Fluchtweg mehr besteht.
Wenn sie wiederkommen, kann es passieren,
dass die Windeln mal wieder überall im Zimmer verteilt wurden, etc..
Sie nehmen es in Kauf und machen das beste daraus.
Ich bin gespannt, wie es mit dem Kind wird.
Einfacher sicher nicht, aber es muss eben weitergehen.
Vor einiger Zeit musste sie ins Krankenhaus.
Mein Freund sagt: Ein Tag Krankenhaus kostet ihn 1 Monat,
bis sie vom gesundheitlichem und psychischem Zustand wieder so ist,
wie sie vorher war.
Wenn unsere Bekannten zusammen verreisen,
dann nutzen sie die Kurzzeitpflegeangebote von Altenheimen.

Noch was zur Pflege in Vietnam, was ja Catiant am Herzen liegt.
Meine Frau hat mir neulich von einem Altenheim in Ha Noi erzählt.
Sie las (wohl irgendwo im Internet), dass es ein Vietnamese aus Deutschland eröffnet hat, der hier als Altenpfleger gearbeitet hat.
Sie las weiter: Die Mitarbeiter verdienen gut.
Die Grundlage für diese Aussage war ein Interview mit einer Vietnamesin,
die vorher in einer Fabrik auf dem Land gearbeitet hat.
Sie verdient jetzt mehr: 700 000 VND pro Monat - in Ha Noi.
Bei solchen Zahlen ist es natürlich klar,
dass für sie eine Zukunft als Altenpflegerin in Vietnam nicht in Frage kommt.
Mal ganz davon abgesehen,
dass das Ansehen der Kranken- oder Altenpfleger dort wohl auch nicht so rosig ist.

Ein Freund von mir in Vietnam, der aber auch das nötige Kleingeld hat,
hat als sein Vater einen Herzinfarkt hatte ihm eine 24/7 Pflege organisiert.
Er stellte kurzerhand ein paar Krankenschwestern ein,
die sich dann um den Vater kümmerten.

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Um einen Schmetterling lieben zu können, müssen wir auch ein paar Raupen mögen (Antoine de Saint-Exupéry)

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